Atelier für Textgestaltung

Text&Rede

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Umkehrschluss

“Zeit ist Geld”

hörte ich
(kürzlich
mal wieder)
jemanden sagen

also hat
wer viel
Zeit hat
viel Geld

und
wer wenig
Zeit hat
wenig Geld

wer nun
dem Geld
hinterher rennt

rennt folglich
der Zeit
hinterher

und hat
schon verloren

Aaron Landman für das Atelier für Textgestaltung - Text&Rede

“Wir werden unser Ding durchziehen” -

welches Ding auch immer: Es handelt sich bei dieser Spezis häufig wiederholter geflügelter Worte um ein originär männliches. Um welches Ding sollte es sich auch sonst handeln? Nur, dass es nun gezogen werden muss, ist ja schon ein Hinweis darauf, dass etwas nicht mehr so richtig stimmt mit dem armen Ding, dem gezogenen.

“Wir werden unser Ding durchziehen” -

Mann muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen, nicht das Ding, nein, dies geflügelte Wort. Es hat so etwas von verzweifeltem Tauziehen über einer Gletscherspalte, dieses Dingziehen. Und vor allem: Wodurch soll es gezogen werden? Da keimen doch glatt alte männliche Verlustängste wieder auf! Mann steht schon am Abgrund und es bleibt einem nichts mehr übrig, als das Ding nur noch durchzuziehen, egal, durch was und egal, was aus dem durchgezogenen Ding dann wird – armes Ding!

“Wir werden unser Ding durchziehen” -

sagte der verzweifelt gelassen amtierende Fußballbundestrainer bei einem versöhnlichen Fußballgipfel am 15. März 2006 im Bundeskanzleramt bei Frau Merkel. Oder meinte Herr Klinsmann nichtsahnend und unschuldig nur dieses runde Ding? Aber wird das nun nicht mehr gestoßen, sondern gezogen?

Aaron Landman für das Atelier für Textgestaltung - Text&Rede

“Schräges Sonett auf SH” oder “Neues Schleswig-Holstein-Lied”

Nun hat dieses Land
sein Water(kant)gate und Waterloo,
und einen Dolchstoß noch dazu -
´s ist int´ressant
an der Waterkant.

Aber merke wohl
swingt es bis Tirol:
Auch ohne politische Intrige
gibt’s hier Water zur Genüge.

Man macht sich so seine Gedanken nach den
jüngsten Ereignissen am 20.02. und 17.03.
dieses Jahres in diesem Landauf Landab.

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Restrisiko

Wenn der Rest Risiko ist, dann ist es immer noch ein Risiko ohne Rest. Für die Betroffenen eines ‘Restrisikos’ ist es ein Risiko ohne Rest oftmals mit restlosen Folgen, deren Tragweiten oft restlos tragisch sind. Das Leben ist schön, der Rest bleibt Risiko - ohne Rest.

Das inzwischen gebräuchliche Wort ‘Restrisiko’ fiel jüngst wieder im Zusammenhang mit den Tollwutinfektionen durch Organtransplantationen.

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